Es war im Jahre 1900...

...in unseren rebenumkränzten Bergen ging ein Jahrhundertwein seiner Reife entgegen. In diesen Tagen fiel die Gründung der Feuerwehr Olewig.

Sofort traten 39 Mann der Wehr bei. Die Führung übernham der Weingutbesitzer Cornelius Zeimet.
Unter kleinen Verhältnissen, es waren fast keine Löschgeräte vorhanden, die einzige Spritze war alt und so gut wie unbrauchbar. So begann die Wehr ihren Dienst.

Bereits 1902 wurde die Wehr uniformiert, eine neue Spritze angeschafft und diese Geräte folgten im Laufe der Zeit.

  • 1 fahrbare Saug- und Druckspritze
  • 1 Abrotzdruckspritze
  • 1 fahrbare Ausziehleiter(10 m lang)
  • 3 Einhakleitern
  • 2 Dachleitern
  • 3 Holmenleitern
  • 1 Rettungsschlauch
  • 1 Sanitätskasten
  • 1 Rauchmaske
  • 1 Krankentragbare
  • 220 m Schlauch
Nach dreijähriger Aufbauarbeit übergab Cornelius Zeimet die Leitung 1903 an Peter Müller. Fast 16 Jahre führte dieser die Wehr. Auch in der Zeit des Ersten Weltkrieges hielt er mit den wenigen zurückgebliebenen Kameraden die Feuerwehr einsatzbereit. Leider kehrten vier Kameraden nicht mehr aus dem Krieg heim.

Es waren:

    Deutsch Joseph, Heiser Peter, Klasen Matthias, Kranz Johann

1919 legte Peter Müller aus gesundheitlichen Gründen die Führung in die Hände von Peter Hontheim.
1920 ehrte die Wehr die gefallenen Kameraden des Ersten Weltkrieges durch Anbringen einer Gedenktafel im Saale Kuhn.
Mitglieder 1920 Feuerwehr Olewig im Jahre 1920 vor dem Gerätehaus und altem Steigerturm

1922 an ihrem 22. Stiftungstag fand die erste Fahnenweihe statt. Mehr als 25 Feuerwehren nahmen an der Feier teil. Herr Seber, Bürgermeister der Vororte Trier, nahm die Weihe vor.
Fahnenweihe
Fahnenweihe 1922

Ehrenjungfrauen
Ehrenjugfrauen 1922

Vom 25. bis 26. Juli 1925 wurde das 25 jährige Stiftungsfest veranstaltet. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Wehr 37 aktive Mitglieder.
  • Hontheim Peter
  • Schmitt Johann
  • Kirsten Joseph
  • May Franz
  • Peters Peter
  • Haag Nikolaus
  • Bettendorf Cornelius

feierten ihr 25 jähriges Dienstjubiläum.

Über 25 Jahre, bis nach dem Zweiten Weltkrieg, stand Peter Hontheim der Wehr vor. In den Kriegsjahren 1939-1945 standen, bis auf einige alte Kameraden, alle an der Front. Die zurückgebliebenen Kameraden hatten an der Heimatfront, alle Hände voll zu tun. In den schweren Bombennächten 44/45 leisten sie Unvorstellbares. Ein Augenzeuge, Michael Keipinger erlebte den Untergang der Konstantin-Basilika. In einem brennenden Inferno stürzten die Orgel und das Dach ein. Das Kurfürstliche-Palais wurde ein Raub der Flammen, das ganze Ostvirtel brannte. Von den furchtbaren Auswirkungen dieses Krieges blieb auch die Feuerwehr Olewig nicht verschont. Viele Kameraden kehrten nicht mehr in die Heimat zurück, andere waren krank oder schwer verletzt.

Nach Kriegsende, im Winter 1945/46, zwangsverpflichtete die französische Militärsbehörde die Olewiger Bürger zur Gründung einer Feuerwehr. Die Ausbildung übernahmen die Berufsfeuerwehr Trier, unter Leitung von Herrn Pompeus, bzw. dessen Nachfolger Herrn Mertes. Brandmeister wurde Adam Diedrich, der das Amt bis September 1965 bekleidete. In seine Dienstzeit fiel die schwere Aufbauarbeit nach dem Krieg. Es galt nicht nur die persönlichen Probleme, auch die "Ohne mich Einstellung" und die Uniformabneigung zu bewältigen. Der theoretische Unterricht musste in Nebenräumen der Olewiger Gasthäuser abgehalten werden. Die technische Ausrüstung war miserabel. Erst im Jahre 1960 erhielt der Löschzug ein Kleinlöschfahrzeug TS 8, es folgte 1966 ein TLF 8 Unimog.

Kleinlöschfahrzeug TS8
Ab Januar 1966 erklärte sich Klaus Schieben bereit, den Löschzug Olewig zu führen, da Adam Diedrich aus beruflichen Gründen ausschied.

Durch die Mitarbeit im LSHD (Luftschutzhilfsdienst) wurde die Einsatz- und Ausbildungsordnung den neuen Gegebenheiten angepasst. Zwei neue LF 16 TS wurden zugeteilt. 1975 schuf sich der Löschzug mit enormer Eigenleistung ein Domizil in der alten Schule. Im gleichen Jahr stifteten die Feuerwehrfrauen, anlässlich des 75 jährigen Bestehens der freiwilligen Feuerwehr Olewig, eine neue Fahne. Im Rahmen des Jubiläumsfestes wurde unter Protektor Dr. Emil Zens, Adam Diedtrich zum Ehrenbrandmeister ernannt. 1981 trat Klaus Schieben aus gesundheitlichen Gründen zurück. Im Oktober 1981 übernahm Wolfgang Schuh den Löschzug, tatkräftig unterstützt von seinen Stellvertretern Werner Bettendorf und Karlheinz Jakobs.

Durch die Änderung des LSHD zum erweiterten Katastrophenschutz wurden neue Ausbildungsvorschriften zusätzlich vorgeschrieben. Umgang mit Karte, ABC-Kenntnisse, Verhalten in Paniksitutaionen, Orientierungs- und Kolonnenfahren forderten eine selbstständig handelnden Feuerwehrmann. Im Rahmen dieser Ausbildung seien hier besonders die Kolonnenfahrten der Löschzüge Olewig, Euren und Irsch am 04.07.1987 und die dreitägige Orientierungsfahrt rund um die Wildenburg (Eifel) am 16.06.-18.06.1989 erwähnt.

Wiedervereinigung unseres Vaterlands: Im Oktober 1990 anlässlich des Zwiebelmarktes in Weimar betrieb des Löschzug Olewig, zusammen mit Kameraden vom Löschzug Zewen, einen Weinstand. Der Erlös dieser Aktion wurde der Feuerwehr Weimar überreicht. Im laufe der folgenden Jahren bis 1995 konnten somit 14.500 DM (7.413,73 EUR) Aufbau Ost geleistet werden.

Weinstand in Weimar
Am Weinstand in Weimar 1990

Gründung der Jugendfeuerwehr 1991.

Viel Grosseinsätze an der Seite der Berufsfeuerwehr und der Neubau des Gerätehauses (von 1990 bis 1993) waren für den Löschzug Herausforderung und Bewährungsprobe. Die Einweihung des 1,3 Millionen DM (664.679,45 EUR) teuren Gerätehauses erfolgte am 27.-29. August 1993, durch den Feuerwehrdezernenten Georg Bernading.

Beim grö▀ten Brand (Firma Leyendecker, Saarstrasse) nach dem Krieg in Trier wurde unser Kamerad Hfm. Franz-Josef Schuler schwer verletzt.

Firma Leyendecker
Firma Leyendecker: Die Verkaufshallen brennen in voller Ausdehnung

Die Mitarbeiter der Feuerwehr bei kulturellen Veranstaltungen im Stadtteil war und ist Ehrensache. Fronleichnam, "Martinszug", Weinfest, sportliche Veranstaltungen usw. - immer ist der Löschzug zur Unterstützung bereit.

Ab 07.01.1999, nach über 41 Dienstjahren und Erreichen der Altersgrenze, übergab Wolfgang Schuh die Führung an Werner Bettendorf. Zu seinen Stellvertretern wurden Johannes Haag und Max Weber ernannt. Die Jugendfeuerwehr erhielt mit Daniel Schieben und Gregor Braun neue Führungskräfte, weiterhin unterstützt von Helmut Lamberty. An der Schwelle des neuen Jahrhunderts hat der Löschzug Olewig 35 aktive Mitglieder, die bereit sind, Zeit und Gesundheit für das Wohl unserer Stadt und ihrer Bürger einzusetzen.

Wolfgang Schuh
(anlässlich des 100 jährigen Bestehen der freiwilligen Feuerwehr Olewig)